SCHLOSSHOFKONZERT 2018

EIN (FA)GOTT IM SCHLOSS


GEORGISCHES KAMMERORCHESTER INGOLSTADT
SOLISTIN: RIE KOYAMA

Sonntag, 08. Juli 2018, 17:00 Uhr
Schloss Krickenbeck | Nettetal-Hinsbeck
Einlass: 16:00 Uhr

Eintritt: € 23,- (FREIE PLATZWAHL)
Reservierungen nur für KDW-Mitglieder möglich !


DAS PROGRAMM

  • ZINZADSE: Georgische Miniaturen
  • MOZART: Fagott – Konzert
  • ZINZADSE: Georgische Miniaturen
  • WEBER: Andante e Rondo Ungarese op. 35
  • GENIN: Carneval de Venise op. 14
  • ZINZADSE: Georgische Miniaturen
  • HAYDN: Symphonie Nr. 44 e-moll

GEORGISCHES KAMMERORCHESTER IN GROSSER BESETZUNG


20 Streicher und 4 Bläser unter der Leitung von Sebastian Tewinkel stützen die Fagottistin Rie Koyama als Solistin des Jubiläumskonzertes.

Das Ensemble wurde 1964 in Tbilisi/Georgien als Georgisches Staatskammerorchester gegründet und feierte 2014 sein 50-jähriges Bestehen. Nachdem das Orchester seinen Sitz die ersten 26 Jahre in Tbilisi, der Hauptstadt von Georgien, hatte, siedelte es über nach Ingolstadt, wo es nun seit 26 Jahren seine zweite Heimat gefunden hat. Aber das neue Leben in Bayern ist nichts anderes als eine Fortsetzung des alten unter anderen Bedingungen. Denn Kontinuität ist Prinzip dieses sehr osteuropäischen Orchesters, das immer, auch im Exil, seinen Charakter bewahren konnte. Noch immer spielen fast nur Musiker aus Georgien, der ehemaligen Sowjetunion, oder aus Osteuropa in dem Ingolstädter Ensemble.

Künstlerisch maßgeblich geprägt wurde das Orchester durch seine langjährige Leiterin, die Geigerin Liana Issakadze, sowie Dirigentenpersönlichkeiten wie Lord Yehudi Menuhin und Kurt Masur. Von 2000 bis 2006 leitete Markus Poschner das Ensemble. Ihm folgte bis 2011 Ariel Zuckermann. Anschließend übernahm Lavard Skou Larsen die Position des Chefdirigenten. Während 2014 der in Los Angeles geborene Dirigent Benjamin Shwartz die künstlerische Leitung des Kammerorchesters inne hatte, steht ab 2015 der Armenier Ruben Gazarian als Chefdirigent am Pult der Georgier. Gazarian ist seit 2002 künstlerischer Leiter des renommierten Württembergischen Kammerorchester Heilbronn.

Namhafte Gastdirigenten und eine Phalanx herausragender internationaler Künstlerpersönlichkeiten wie David Oistrach, Barbara Hendricks, Svjatoslav Richter oder Daniil Shafran sind genauso mit dem Orchester aufgetreten, wie Heinrich Schiff, Tabea Zimmermann, Juan Diego Florez, Gidon Kremer, Edita Gruberova, Giora Feidman, Eliso Virsaladze, Lynn Harrell, Rudolf Buchbinder, Christian Zacharias, Lisa Batiashvili, François Leleux, Natalia Gutman, Sharon Kam, Diana Damrau, Zoltán Kocsis, Alfredo Perl, das Ensemble Kolsimcha, Gilles Apap, Maxim Vengerov, Nikolai Tokarev und Khatia Buniatishvili. 2015 gastierte erstmals der Violinist und Dirigent Julian Rachlin als „Artist in Residence“ beim GKO. Auf ihn folgte 2016 die Klarinettistin Sharon Kam. Sie sorgen regelmäßig für weitere künstlerische Impulse.

Das Georgische Kammerorchester Ingolstadt versteht sich als Ensemble, das sich nicht nur für ein denkbar breites Repertoire verantwortlich fühlt, sondern als kultureller Botschafter der Stadt Ingolstadt auch Aktivitäten außerhalb der Abonnementreihen entfaltet. Rund neunzig Konzerte im Jahr führen das Orchester auch regelmäßig zu Musikfestivals sowie zu Konzerten ins Ausland, darunter nach Spanien, Frankreich, Georgien, Österreich, Ungarn, in die Schweiz sowie zuletzt nach Israel.

DIRIGENT

Der aus Unna in Westfalen stammende Sebastian Tewinkel studierte Violine an der Musikhochschule Hannover und absolvierte ein Künstlerisches Aufbaustudium im Fach Dirigieren bei Thomas Ungar an der Stuttgarter Musikhochschule, das er mit Auszeichnung abschloss und durch Meisterkurse bei Gianluigi Gelmetti und Sir Colin Davis ergänzte.

Nach seinem Studium wurde Sebastian Tewinkel mit dem Stipendium der Herbert-von-Karajan-Stiftung Berlin ausgezeichnet und in das Förderprogramm „Dirigentenforum“ des Deutschen Musikrates aufgenommen. Kurz darauf gewann er gleich zwei wichtige Wettbewerbe: im Jahr 2000 erhielt er den 1. (und einzigen vergebenen) Preis beim Internationalen Dirigierwettbewerb der Stiftung Fundação Oriente in Lissabon und 2001 den Bad Homburger Dirigentenpreis.

Tewinkel stand als Gast für Konzerte, CD- und Rundfunkproduktionen am Pult zahlreicher Orchester: er leitete in Deutschland – neben zahlreichen philharmonischen Orchestern u.a. in Stuttgart, Augsburg, Frankfurt/Oder und Reutlingen – das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Bamberger Symphoniker, die Münchner Philharmoniker, die Radio-Philharmonie Hannover sowie das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart. Nahezu alle deutschen Kammerorchester haben unter seiner Leitung musiziert.

Auch im Ausland ist Sebastian Tewinkel gern gesehen. Er dirigierte das Orquestra Metropolitana Lissabon, das Symphonieorchester Vorarlberg, die Festival Strings Lucerne, das St. Petersburg Philharmonic Orchestra und das Iceland Symphony Orchestra. Zurzeit ist er wiederholt zum Christchurch Symphony Orchestra, zum Hamamatsu Philharmonic Orchestra sowie zum Orquestra Ciudad de Granada eingeladen worden.

Im Bereich des Musiktheaters ist Sebastian Tewinkel ebenfalls erfolgreich. Am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen dirigierte er Mozarts „Le Nozze di Figaro“. Tewinkel leitete eine Neuproduktion „Fairy Queen“ von Henry Purcell am Landestheater in Bregenz sowie Wagners „Tannhäuser“ am Theater Hagen.

2012 erhielt Sebastian Tewinkel den Echo-Klassik für die Sony/BR-Produktion von Cellokonzerten von Dvorak und Saint-Saens mit Maximilian Hornung und den Bamberger Symphonikern.

Seit der Saison 2015/16 ist er nun GMD und Chefdirigent der Neubrandenburger Philharmonie, nachdem ihn das Orchester aus über 100 Bewerbungen gewählt hatte.

SOLISTIN

Rie Koyama (Fagott),
geboren 1991 in Stuttgart, stammt aus einer japanischen Musikerfamilie, ist in Deutschland aufgewachsen und hat mit ihren 25 Jahren schon bei 24 bedeutenden nationalen und internationalen Wettbewerben Erste Preise im Fach Fagott gewonnen, u. a. beim The Muri Competition 2013, beim 37. Deutschen Musikwettbewerb 2012, beim 57. Hochschulwettbewerb der deutschen Musikhochschulen 2009, sowie beim International Academic Oboe and Bassoon Competition in Łódź/Polen 2008; außerdem hat sie den DAAD-Preis (Preis des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes) erhalten.

Im September 2013 wurde sie beim 62. Internationalen Musikwettbewerb der ARD mit dem 2. Preis in der Kategorie Fagott ausgezeichnet (bei Nichtvergabe des 1. Preises) und gewann außerdem den Sonderpreis für die beste Interpretation der Auftragskomposition.

Rie Koyama war Stipendiatin der Jürgen Ponto-Stiftung, der Rohm Music Foundation in Japan und erhielt im Mai 2012 ein Jahresstipendium der Deutschen Stiftung Musikleben.

Sie ist bereits als Solistin mit renommierten Orchestern wie dem Beethoven Orchester Bonn, der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken, dem Brandenburgischen Staatsorchester, dem Philharmonischen Orchester Heidelberg, dem Stuttgarter Kammerorchester, dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim, dem Münchener Kammerorchester, dem Münchner Rundfunkorchester, dem Aargauer Sinfonieorchester, dem Korean Chamber Orchestra, dem Landestheater und Sinfonieorchester Schleswig-Holstein, dem Osaka Symphony Orchestra, der Polnischen Kammerphilharmonie, dem Stettiner Kammerorchester, der Kammerphilharmonie Graubünden und dem Transylvania Philharmonic Orchestra aufgetreten.

Seit 2004 ist sie Fagottistin beim Stuttgarter Kammerorchester unter der Leitung von Dennis Russell Davies und Michael Hofstetter, seit 2008 beim Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim unter der Leitung von Sebastian Tewinkel, seit 2010 beim Bach-Collegium Stuttgart unter der Leitung von Helmuth Rilling und seit 2015 beim Irish Chamber Orchestra unter der Leitung von Jörg Widmann. Seit 2015 September ist sie Solofagottistin (Aushilfe) bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Paavo Järvi.